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blub

Ich weiß nicht genau was mir fehlt, aber irgendeine besondere Fähigkeit zur Coolness muss es sein. Wie früher schnürt sich mir die Kehle zu und hindert sie meine Stimmbänder am schwingen, wenn ich die coolen Menschen sehen muss.
Ich kann nicht aus meiner Haut und erst jetzt wird mir bewusst, dass Zwicken und Kratzen die Versuche sind, sie abzulegen, loszuwerden. Ich spreche niemandem die starke Persönlichkeit ab, ich werte meine Nächsten nicht weniger cool als die anderen, und bin mir bewusst, dass keine Unsympathien Schuld an allem sind.
Ich bin zwar weniger schüchtern als früher, aber ganz ablegen lässt sich diese Gewohnheit nicht. Ich bleibe nervös, wenn es darum geht, neuen Menschen zu begegnen, vor allem, wenn Eindrücke gewichtiger sind als bei der Begegnung mit flüchtigen Bekannten.
Ich kann nur in manchen Gruppen bestehen, und ich weiß nicht, was den Unterschied macht.
Einerseits hab ich kein Problem mit neuen Erlebnissen, da kann man sich hinter dem Unwissen und der Ungewohntheit verstecken. Ich mag die absolute Oberflächlichkeit, wenn man nicht mal reden muss, sondern lachen reicht und man einfach merkt, wenn die durchlebten Minuten die einzigen bleiben werden, die man je teilt. Und ich mag die absolute Tiefe, wenn man anhänglich ist und jemanden schon als FreundIn bezeichnen kann und das macht sicher.
In so einem Fall reicht ein besonderer Mensch aus, ein Gruppenerlebnis erträglich zu machen.

Erträglich. Das klingt so verdammt negativ. Und ich muss es jetzt einfach mal so schreiben. Ich ertrag es nicht, in Gruppen, von denen ich kein Teil bin, zu sitzen oder zu stehen oder zu tanzen oder wasauchimmer. Und in vielen Fällen kann man nie ein Teil werden. Und vielleicht will man das auch nicht immer. Und ich weiß nicht, ob man es nicht manchmal muss.

Es ist zu verzwickt.
18.5.06 17:12


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so einfach man sich das vorstellt, so aufwühlend ist es. von vornherein, währendessen weniger und im nachhinein erst recht.
besuchszeiten in der justizanstalt simmering fangen sehr früh an, und hören auf wenn studenten normalerweise wach werden.
fährt man mit der straßenbahn, so kommt man am zentralfriedhof vorbei und hätte man musik im ohr, so würde irgendwas von "air" am besten passen. melancholisch leicht, ein bisschen irreal und ein bisschen zu komisch. so eine spur zu romantisch.
die sitzbänke sind leer, den wenigen menschen, die noch drin sitzen, möchte man ansehen dass sie ins gefängnis fahren. es sind 2 frauen mit kinderwagen und eine mit einem kleinkind an der hand. ich folge ihnen unauffällig.
der besuchereingang befindet sich irgendwo auf der seite, es gibt keine hinweisschilder, die türen sind so schwer dass zwei frauen ziehen oder drücken müssen. routiniert packen wir unsere wertsachen und taschen in plexiglas-spints. überhaupt ist hier alles etwas durchsichtiger als anderswo. der bodycheck bleibt gemütlich, meine antwort "das sind nur die schlüssel" reicht dem beamten, vergewissern tut er sich nicht. das wartezimmer, zu 2/3 durchsichtig, gleicht anderen wartezimmern. blumen auf jedem der drei tischchen und fenster, hellgelbe wände und farbige moderne kunst geben ein gutes gefühl. ich überlege ob die gelbe wände- grauer boden kombi getestet wurde und bewusst gewählt.. die kleinen kinder werden unruhig, ansonsten regt sich keiner auf.
im halbstunden-takt werden zuvor verteilte nummern aufgerufen, das zeichen für die besucher, sich zu den kabinen weiterzubewegen. kurz vor einem besucherwechsel stehen schon die meisten vor der tür. hier fällt zum ersten mal auf dass die fenster vergittert sind. und die grauen wände (kombiniert mit dem immer noch grauen boden) fallen negativ auf.
vor dem betreten der besucherzone wird noch einmal die identität geprüft. ich frage, wo denn mein besuchter säße, da ich ihn nur von einem flüchtigen treffen vorm sommer kannte. man deutet auf die "sicherheitszone".
und da sitze ich ihm nun gegenüber, dem unglücklichen straftäter (und ich möchte betonen dass ich immer noch nicht weiß, wofür er eigentlich verurteilt wurde). ein freundliches lächeln, ich spreche "hallo" bevor wir uns daran machen die telefonhörer aus der halterung zu nehmen. das geht strenger als erwartet und die ruckartigen bewegungen missfallen mir, die sich beobachtet fühlt. wir begrüßen uns, er fragt mich, wie es mir geht und ich finde es schlimm, denn es darf doch um niemanden anderen gehn als um ihn.
er ist unglücklich, verdammt das denken, dass ihn den ganzen tag verfolg. wir sind uns einig, zuviel davon kann nicht gut sein. er liegt mit noch zwei anderen in einer zelle, deutsch spricht er gar nicht. er kann nicht lesen und schreiben und man stelle sich vor, was das bedeutet, wenn man sehr viel zeit hat.
ich komme schnell auf den punkt, überbringe die informationen, die in ihm wieder ein bisschen hoffnung wecken. und es macht mich fertig zu wissen, dass diese hoffnung schon bald zerstört wird. wenn nicht ein wunder geschieht, wird man ihn zu seiner entlassung gleich wieder in schubhaft nehmen. und er ist entschlossen, sich aus dieser wieder (!) zu hungern. diese drohung ruft in mir bilder hervor, von anderen, die den hungerstreik nicht überlebten.
ich mache mir notizen, er zeigt mir einen brief, den ein anderer für ihn geschrieben hat. er sagt, er hat angst und zurück in sein heimatland bedeute für ihn den tod. da wartet keine familie, denn die wurde ermordet. es geht um korruption, gegen die man sich widersetzen wollte und ethnische zugehörigkeiten, die aggressoren anziehen.
ich verspreche, mich nochmal mit den rechtsfragen auseinanderzusetzen um ihn dann wieder zu besuchen. als beraterin darf ich auch außerhalb der besuchszeiten kommen, und das nächste mal länger bleiben.
nach 30 minuten ertönt ein signal, man muss auflegen, einander winken, sich umdrehen und gehen.

draußen hat das scheußliche wetter sich breit gemacht, das wort "verlassen" geht mir nicht aus dem kopf. in der straßenbahn ein buch lesen erscheint mir unmöglich. er kann weder mit der straßenbahn irgendwohin fahren, noch irgendetwas lesen.
er ist 20 jahre alt. verbringt den großteil seiner zeit in österreich im gefängnis. er sieht ein, dass straftaten bestraft werden müssen, aber verachtet die schubhaft als unzumutbares wegsperren von menschen, die als vermeintliche bedrohung irgendeiner ordnung, allen im wege zu stehen scheinen.

gerade volljährig hat er sein land verlassen, um hier die chance zu bekommen.. eine chance zu bekommen. wie träume aussehen kann man oft nur schwer beschreiben, aber man erkennt das leiden, wenn man es spürt. ein bedrohtes leben rechtfertigt seine flucht, beschreibt in gebrochenem englisch gründe, wege und bitten. und man wirft ihm ein "nein" hin, man glaube ihm nicht, und deswegen wolle man ihn nicht hier haben.
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25.2.06 14:45


Erich Fried (1921-1988)

Fester Vorsatz

Denn wir wollen uns
nicht nur herzen
sondern auch munden
und hauten und haaren
und armen und br?sten und bauchen
und geschlechten
und wieder handen und fu?en
7.2.06 18:27


ich hab ja viel verst?ndnis und teile meine freude mit jedem, der die pure lust der leidenschaft genie?t.. aber das muss ja nicht unbedingt neben mir ohne mich sein.. *snif* grad jetzt wo meine ungeduld mich unrund macht, und h?ndchenhalten, hugging, und knutschen zu einer wichtigen selbsterfahrung, zum sp?ren, fehlen!! *snif*

und f?r das was ich mir grad denk, find ich keine worte.. komplikationen ?berall!! ich will nur abends nicht allein sein
*snif*
15.1.06 11:30


was mann braucht, um bei mir eindruck zu schinden

10% Intelligenz, Kritikf?higkeit,Politisches Interesse, eigene Meinung

10% Humor, Selbstironie, Unernstsein

10% Gentleman, Dr?berstehen, Selbstbewusstsein, Souver?nit?t, Initiative

10% Aussehen, Eitelkeit, Gepflegtheit, Duft

10% Spontaneit?t, Flexibilit?t, Offenheit, Begeisterung

10% Bewunderung, Komplimente geben, Hingabe

10% Sensibilit?t, Einf?hlungsverm?gen, Support

10% Bubi Sein, Naivit?t, grenzenloser Optimismus

10% M?nnlichkeit, Sportlichkeit

10% Bedingungslosigkeit, Schwingungen, Liebe
10.1.06 21:20


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